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14.10.2012:
Chiang Rai United - BEC Tero Sassana 0:1 (0:1) 10.700 Zu., Chiang Rai Stadium

Nachdem es schon den ganzen Nachmittag über immer wieder mal geregnet hatte, versprach der Himmel auch eine Stunde vor dem Spiel noch nicht unbedingt Besserung.
Madame hatte sich für das Spiel mit zwei Freundinnen verabredet, und natürlich waren die drei Damen wieder mehr mit Schminke und Kostümierung beschäftigt, als auf die Uhr zu sehen.
Normalerweise gelingt es mir nach mehrjähriger Ehe mittlerweile ganz gut meinen deutschen Pünklichkeitssinn etwas hinter die thailändische Gelassenheit anzustellen, zumindest wenn wir in Thailand sind, aber heute ging es schließlich um Fußball und da gelten andere Regeln.
Nachdem wir eine Stunde vor Spielbeginn immer noch nicht los gefahren waren, platzte mir dann doch fast der Kragen, und zum Gewitter am Himmel, wäre fast noch ein zweites dazu gekommen.
Zum Glück übernahm unser Bekannter Ken das Steuer und er lotste uns äußerst zielsicher am großen Stau in der Innenstadt vorbei zu einer kleinen Nebenstraße die zum Flughafen führte, wo wir auch ganz in der Nähe des Flughafenparkplatzes einen Parkplatz am Straßenrand fanden.
So war als Anfahrt und Parken schon mal wesentlich einfacher als ich das aus deutschen Stadien gewohnt bin.
Höchstens 10 min Fußweg, vorbei an den üblichen Verkaufsständen, waren wir auch schon am Stadion.

Wir hatten Karten für die Gegengerade zu 80 B das Stück. Beschilderung gab es keine, aber es schien auch kaum einen zu interessieren wohin man ging. Unser Weg führte uns  vorbei am offenbar einzig schon fertigem Teil des Stadions, dem  mir ziemlich überdimensioniert erscheinenden VIP Bereich, der übrigens nicht nur hinter dem Tor ist, sondern auch noch recht weit weg vom Platz.
Hat da etwa wer Angst davor gehabt, dass die VIPs Krabbenschwänze auf den Platz werfen könnten?

Im Bereich der Gegengerade kam dann allerdings statt HiSo, eher Baustellenfeeling auf. Durch den Regen war der Lehmboden völlig aufgeweicht, von festem Bodenbelag keine Spur. Die Tribüne selbst war eher im Rohbauzustand.

Durch einen Eingang auf jeder Seite gelang man auf die Tribüne. Zumindest der Boden ähnelte, durch das schlammige Rot von zig tausenden Sandalen, so schon etwas den Vereinsfarben von CRUTD.
Der rohe Beton, an manchen Stellen schon leicht bröckelig, war lustigerweise durchgängig mit Nummern beschriftet. Ob dort Sitze geplant sind kann ich nicht sagen, auch bin ich kein Baustatiker, aber rein optisch, wenn ich dran denke welche Schäden es schon im Nürnberger Frankenstadion durch Hüpfaktionen gegeben hat, möchte ich mir lieber nicht vorstellen, was ein gezieltes Massenhüpfen hier auslösen würde. Die Aufgänge in der Mitte der Tribüne waren mit Brettern vernagelt. Gitter oder Geländer gab es keine. Bei einer Massenpanik würde ich, so die Tribüne noch steht ;-),  alles versuchen möglichst weit oben auf der Tribüne zu bleiben und keinen Ausgang zu suchen. Sollte jemand an einen Gott glauben, wer in einer solche Situation sicher auch ein kleines Gebet keine schlechte Idee.
Angesichts des beschriebenen Zustands der Tribüne schweige ich lieber über den Zustand der Toiletten, ich habs dann doch lieber rausgeschwitzt.

Aber ich bitte darum mich jetzt nicht falsch zu verstehen. Ich will hier nicht alles in den Sack hauen und ständig mit Deutschland vergleichen. Mir ist bewusst das hier so manches anders ist und auf ein klinisch reines Stadion wie in Sinsheim kann ich auch gut verzichten. Allerdings hielte ich ein paar elementare Sicherheitsvorkehrungen (geöffnete Zu-und Abgänge zB) auch hier für nötig. Es ist ja auch nicht so, dass nur wenig Zuschauer zum Spiel kommen würden.
Aber lässt man Sicherheitsaspekte und der höchstens dreiviertelfertige Zustand des Stadions mal außer Acht, ist es meiner Ansicht nach ein durchaus nettes kleines Stadion.
Mit 10700 Zuschauern war das Spiel gut besucht, die Stimmung in der Fankurve versprach zu Beginn des Spiels einiges, lies dann aber, bis auf ein beharrliches Trommeln, etwas nach.
Der Spielverlauf war auch nicht unbedingt dazu angetan die Fans der Heimmannschaft zu euphorisieren. Man sah meines Erachtens deutlich, dass der Gegner eine viel abgeklärter Spielweise  beherrschte, ohne dabei aber all zu viele Torchancen heraus zu spielen.
Chiang Rai war zu Beginn des Spiels und auch nach dem Rückstand durchaus bemüht. Es gab einige Chancen, die aber oft viel zu überhastet abgeschlossen wurden. Weitschüsse ins Nirgendwo oder Dribblings mit denen man sich regelmäßig in der generischen Abwehr festlief.
Überhaupt schien es mir am genauen Passpiel zu mangeln. Der Aufbau nach vorne gelang gut, es gab wenig klein klein im Mittelfeld, aber sobald die Stürmer den Ball angenommen hatten, war das Spiel zu harmlos.  Die meisten Bälle die, wenn sie denn überhaupt bis vors Tor kamen, waren zu ungenau um daraus ein Tor erzielen zu können, obwohl es eine Reihe guter Chancen zum Ausgleich gab.
Gegen Ende der Partie schienen sichtlich auch die Kräfte nachzulassen. Auf Seiten von BEC Tero sicherlich auch nicht immer ganz unabsichtlich, was zu einer  von mir bisher selten gesehen Nachspielzeit von 7 Minuten führte (sieht man mal vom 19. Mai 2001 in Hamburg ab, wo bekanntlich so lange nach gespielt werden musste, bis der Ausgleich fiel).
Ein besonderes ruppiges Spiel von Seiten CRUTDs, so wie es hier im Forum von den genaueren Beobachtern der Liga mehrfach schon beschrieben wurde, ist mir nicht aufgefallen.
Aber auch in der Nachspielzeit gingen die Spieler von CRUTD nicht kompromisslos genug auf Unentschieden. Selbst bei Ecken in Überzahl, wenn man wieder eine Spieler des Gegners vom Platz getragen worden war, blieben immer mindestens drei, wenn nicht sogar vier Spieler von Chiang Rai in der Defensive.  Aber Standarts nach Ecken schien ohnehin keine Stärke der Heimmannschaft zu sein.
So endete das Ganze dann auch mit einer verdienten Heimniederlage. Aber als Schalker bin ich ja Kummer gewohnt, da wird mich mein thailändisches Team nicht so leicht aus den Sandalen kicken können.
Nach dem Spiel blieben wir noch einige Zeit auf der Tribüne, da es natürlich auch wieder nur über die beiden Ausgänge auf jeder Seite hinausging.

Der Abmarsch über den Flughafen funktionierte dann aber reibungslos, ebenso die Abfahrt zu einem der, offenbar im Zusammenhang mit dem Stadionbau neu entstanden, Restaurants an der Flughafenstraße.
Das der Chiang Rai Airport ja zum Glück nicht einer der größten seiner Art ist, sollte der Stadionbau keine Probleme verursachen. Sofern aber jemand genau vor oder nach einem Spiel einen Flug erreichen muss, würde ich dazu raten, sofern man nicht weiß welche Nebenstrecken es gibt, rechtzeitig anzureisen.
Insgesamt würde ich sagen war es ein sehr unterhaltsamer Abend.
Wieder erwarten blieb es während dem Spiel trocken und auch die Gewitterwolken mit Madame  hatten sich, nachdem wir rechtzeitig genug im Stadion waren, schnell wieder verzogen.
Es war kein schlechtes Spiel, wenn auch mit dem falschen Ergebnis für alle CRUTD Fans. Ich war äußerst positiv überrascht wie viele Zuschauer dort waren und wie relativ gut die Stimmung im Stadion war.
Kein Vergleich zu unseren letzten Besuchen, wo mir größtenteils noch mit völligem Unverständnis begegnet wurde, wenn ich davon sprach, dass ich thailändischen Fußball sehen möchte.
Überhaupt, gibt es in der Stadt mittlerweile eine beachtliche Präsenz von CRUTD. Sei es auf Werbetafeln, in Shops, oder mit unzähligen Aufklebern auf  Autos.
 Kann man nur hoffen, dass es sich hier etwas auf Dauer entwickelt und es sich nicht um einen
Ho$$enheim Effekt handelt.
Erst zwei Tage später erfuhr ich über Verwandte meiner Frau, dass es nach dem Spiel einen Todesfall eines Fans gegeben haben soll. Ob und wenn ja wie das im Zusammenhang mit dem Spiel passiert ist, wurde mir aber nicht ganz klar. Eigentlich erschien mir alles ruhig und ich kann mir eigentlich  nicht vorstellen, dass es direkt etwas mit dem Fußballspiel zu tun gehabt haben könnte.
Lag wahrscheinlich doch eher an, wie üblich, ein bisschen zu wenig Soda im Whisky.

 

Prost und Glück auf

tom

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